Freiflug bildet die Spitze des Fortschritts – wir fliegen vollautomatisch Thomas Weimer mit einem F1A Modell

Freiflug ist die älteste Sparte des Modellflugs, aber sie steht an der Spitze des Fortschritts.
Faszination Freiflug bedeutet:

  • Modelle entwerfen
  • mit modernen Technologien Modelle bauen
  • mit Wettergefühl und taktischem Einsatz im Freien fliegen
  • eine starke sportliche Komponente

Für ein erfolgreiches Abschneiden auf Wettbewerben braucht man mehr als ein Modell mit hoher Leistungsfähigkeit. Komplexe Taktik gehört genauso dazu wie ein Spektrum von Fähigkeiten, das breiter ist als in vielen anderen Sportarten. Die Wettbewerber müssen nicht nur Leistungsmodelle entwerfen und bauen, sondern  auch das Flugverhalten trimmen können. In der Wettbewerbsphase werden dann  Kenntnisse in der Mikro- Meteorologie gefordert, um die Thermik für den Start des Modells zu lokalisieren. Denn in einem Abwind schaffen selbst die allerbesten Modelle nicht die geforderte Maximalflugzeit. Zur richtigen Taktik gehört auch, die Leistungsfähigkeit der anderen Modelle und Wettbewerbsteilnehmer einschätzen zu können und sein Verhalten daran auszurichten. Die mentale Komponente spielt in diesem Sport eine große Rolle, auch weil die Wettkämpfe nicht selten zehn Stunden oder noch länger dauern können.

Freiflugmodelle besitzen keine Fernsteuerung!

Besonders faszinierend sind deshalb jene Flüge, bei denen man meint, ein Pilot sei an Bord. Die Modelle fliegen weder immer geradeaus, noch konstante Kreise. Vielmehr kreisen sie enger sobald sie Thermik gefunden haben, um diese besser zu nutzen, oder gehen „ auf Strecke “, wenn sie in ein Abwindfeld geraten. Dies ist weder Zufall noch Magie, sondern das Ergebnis von aerodynamischen Prinzipien, die so in der Konstruktion und Trimmung des Modells umgesetzt werden, dass das gewünschte Flugverhalten erzielt wird, so gesehen fliegen die Modelle automatisch. Oder wie ein Amerikaner zusammenfasste:

„ Outdoor – sports with build – in satisfaction “

Segelflugmodelle  F1A, F1H

Start eines F1H Modells mittels einem 50m Hochstartseil

F1A – Segelflugmodelle sind die sportlichste Klasse der Freiflugmodelle. Die Fluggeräte mit bis zu 250 cm Spannweite und einer Masse von 410 g werden mit einer 50 m langen Startleine auf Höhe gebracht. Innerhalb eines Durchganges, der rund 60 Minuten dauert, kann der Pilot den Startzeitpunkt selbst auswählen. Mit dem Modell an der Leine gilt es, Thermik aufzuspüren. Die Mechanik des Hochstarthakens erlaubt es, das Modell im Kreis zu schleppen bis „ gute Luft “ gefunden wurde.
Dazu braucht der Sportler eine hohe Beweglichkeit und Kondition für den Geländelauf. Hinzu kommt die Feinfühligkeit, um aufsteigende Luftströme zu erkennen. Und schließlich sind Sprintqualitäten gefragt, um das Modell mit Überfahrt zu beschleunigen, damit es nach dem Ausklinken noch weitere Höhe gewinnen kann. Zu diesem Zweck sind die Flugzeuge mit komplizierten Steuerungen ausgerüstet. Da die Modelle während des Fluges nicht gesteuert werden dürfen ( Freiflug ! ), müssen alle Flugphasen vom Piloten vorprogrammiert werden.

Im Wettbewerb sind 7 Durchgänge mit einer Flugzeit von jeweils 180 Sekunden zu fliegen. Wenn mehrere Teilnehmer in allen Durchgängen die Maximalzeit erreicht haben, werden Stechen mit erhöhter Flugzeit geflogen.

Vor allem bei stärkerem Wind kann das Modell während des Fluges eine große Strecke zurücklegen. So sind das Auffinden und Zurückholen wesentliche, auch sportliche Aspekte des Freifluges.

In den letzten Jahren hat sich die technische Entwicklung enorm beschleunigt.

Durch weiterentwickelte Profile und Steuerungen werden heute über 100 Meter Starthöhe mit der 50 Meter Startleine erreicht. Vor ca. 5 Jahren hatten die Modelle eine Gleitflugzeit in neutraler Luft von ca. 5 Minuten, heute sind es über 7 Minuten.

In die Elektronik der neuesten Modelle sind Höhenmesser und GPS-Ortung bereits integriert.

In der Klasse F1H werden kleinere Modelle geflogen, die Regeln entsprechen sonst der Klasse F1A. Allerdings beträgt die geforderte Flugzeit in regulären Durchgängen nur 120 Sekunden. Deshalb kann diese Klasse auch auf kleineren Geländen geflogen werden.

Leistungssport

Die Wettbewerbe im Modellflugsport werden in Deutschland vom Deutschen Aeroclub e. v. organisiert. Die Teilnehmer sind über einen Verein  Mitglied im DAeC und auch im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Jeder Wettkämpfer besitzt eine Sportlizenz.

Der Modellflugsport ist vom DOSB genauso wie z. B. Leichtathletik oder Skispringen als Leistungssport anerkannt.

Für internationale Wettkämpfe ist die FAI ( Federation Aeronautique Internationale )zuständig.

F1 World Coup Wettbewerb in Norwegen